Literatur zum Thema Fehler (Bibliographie, kommentiert):

  • Arbinger, Robert (1997). Psychologie des Problemlösens. Darmstadt: Primus Verlag. [Zeigt, wie wir uns aus Fehlerangst Lösungen selber verbauen.]
  • Aristoteles (1994). Nikomachische Ethik. Stuttgart: Reclam. [Aristoteles sagt z.B. Mut ist die Mitte aus Tollkühnheit und Feigheit. Und nach diesem Muster bestimmt er die weiteren Tugenden. Wieso seine Ethik nicht als eine der ersten Fehlerlehren lesen? Er sucht die Mitte zwischen zwei Maßfehlern.]
  • Butis, Butis(Hg.): Goofy History. Fehler machen Geschichte, Böhlau Verlag. [Ein Goof ist ein Fehler im Spielfilm, der es bis zur Veröffentlichung schafft. Zum Beispiel ein Mikro, das von oben herabhängt. Sammlung von Aufsätzen.]
  • Dörner, Dietrich: Die Logik des Mißlingens [Der Autor geht unter anderem von Experimenten mit Computerspielen aus (z.B. »Tanaland«).]
  • Ehrhardt, Ute: Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin: warum Bravsein uns nicht weiterbringt. Verlage: Bertelsmann, 1994. Krüger, 1998. Fischer, Auflage: 6, 2003. [Speziell für Frauen.]
  • Erasmus von Rotterdam: Lob der Torheit. Verlage: Reclam, 1986; Fischer: Auflage: 2, 2009. [Historisch.]
  • Farrelly, Frank: Provokative Therapie, Springer, 1986, Nachdruck 2005. [Fachbuch Psychologie.]
  • Freud, Sigmund: Zur Psychopathologie des Alltagslebens: Über Vergessen, Versprechen, Vergreifen, Aberglaube und Irrtum.
  • Gerstner, Ansgar (2001). Eine Synopse und kommentierte Übersetzung des Buches Laozi sowie eine Auswertung seiner gesellschaftskritischen Grundhaltung auf der Grundlage der Textausgabe Wang-Bis, der beiden Mawangdui-Seidentexte und unter Berücksichtigung der drei Guodian-Bambustexte. Universität Trier: Dissertation. [Lao-tse gibt paradoxe Denksprüche. Z.B »Höchste Vollkommenheit ist wie mangelhaft«.]
  • Goethe, Johann Wolfgang von: Hör-, Schreib- und Druckfehler. In: Goethes Werke. Hrsg. im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen. 41. Bd., 1. Abtheilung. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1902, S. 183–188. [Wird sehr gerne zitiert.]
  • Harbort, Stephan: Falsche Fährten. Kriminalirrtümer und ihre Folgen, Eichborn Verlag
  • Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1973). Phänomenologie des Geistes. Frankfurt am Main: Suhrkamp. [Schönes falsches Zitat von Schiller am Schluss des Werks.]
  • Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1986).Wissenschaft der Logik. Frankfurt am Main: Suhrkamp. [Hegel denkt Negatives immer auch positiv.]
  • Hugo de l’Académie Française, Dramen, Bd. 1. Paris: Alexandre Houssiaux. [Hugo schuf eine Avantgarde: Das Fehlerhafte, Hässliche soll Platz in der Kunst bekommen, nicht nur das Schöne wie im Ideal der Klassik. Die Bildung von Avantgardismen wird in dem Buch »Richtig Fehler machen!« behandelt.]
  • Jandl, Ernst (1990). Laut und Luise. Stuttgart: Reclam. Köb, Susanne (2005). [Jandl zelebriert Fehler.]
  • Kirschner, Josef: Die Kunst, ein Egoist zu sein: Das Abenteuer, glücklich zu leben, auch wenn es anderen nicht gefällt. Verlag: Droemer Knaur. Auflage: 2, 1999; 1984 in Kassette mit anderen Büchern Kirschners. Neuauflage 2012, Nikol Verlagsges.mbH [Eine Anleitung zum eigenständigen Leben, unabhängig von der Meinung anderer.]
  • Krafft-Ebing, Richard von (1886). Psychopathia sexualis. Neudruck in München: Matthes und Seitz. [Frühe Kategorisierungen von »Fehlern« im sexuellen Bereich. Er hat den Begriff der »Perversion« entscheidend geprägt, ein Begriff, von dem die Psychologen heute sich zu befreien versuchen.]
  • Osten, Manfred: Die Kunst, Fehler zu machen. Plädoyer für eine fehlerfreundliche Irrtumsgesellschaft. Verlag: Suhrkamp. Auflage: 2, 2006. [Naturwissenschaftlich. An Goethe orientiert. Untersucht Rolle der Fehler in der Evolution.]
  • Popper, Karl (1989). Logik der Forschung. Hamburg: Hoffmann und Campe. [Wir haben kein sicheres Wissen. Wir bewegen uns mit unseren »Erkenntnissen« ständig in Fehlern und im Falschen. Zweifeln lernen! Das Thema wird in dem Buch »Richtig Fehler machen!« behandelt.]
  • Riemann, Fritz (1984). Grundformen der Angst. München/Basel: Ernst Reinhardt. [Entwirft vier Menschentypen. Zwei Gegensatzpaare. Der Gegentypus zeigt dem Typus die Lösungsrichtung an für den Knoten, in den er sich verknotet hat.]
  • Schaefer, Jürgen: Lob des Irrtums. Warum es ohne Fehler keinen Fortschritt gibt, C. Bertelsmann.
  • Stein, Kurt M. (1953). Die Allerschönste Lengevitch. New York: Crown. [Absichtliches Kauderwelsch in Reimform.]
  • Thalmayr, Andreas (1990). Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen. Frankfurt am Main: Eichborn. [Zeigt, wie Brecht abgeschrieben hat. Der kultivierte Fehler des »höheren Abschreibens«.]
  • Thomas-Mann-Archiv (1987). Thomas-Mann-Studien. Der Siebente Band. Internationales Thomas-Mann-Kolloquium 1986 in Lubeck. Bern: Francke. [Zeigt, wie Thomas Mann abgeschrieben hat. Wieder der kultivierte Fehler des »höheren Abschreibens«.]
  • Vaihinger, Hans (1911): Die Philosophie des Als Ob. [Der vergessene und unentdeckte Brunnen, aus dem Paul Watzlawick und Ludwig Wittgenstein schöpften. Wir arbeiten in unseren »Erkenntnissen« mit Fiktionen. Das ist nichts Schlechtes, sondern wir können nicht anders. Trotz der Falschheit sind die Handlungen nützlich.]
  • Wagenknecht, Christian Johannes (1965). Das Wortspiel bei Karl Kraus. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. [In seiner Zeitschrift »Die Fackel« formuliert Karl Kraus ganz im Sinn meines Buchs: »Der Sprache ist es gegeben, auch von einem falschen Sprachgebrauch, einen richtigen zu machen.« Fackel 572, 7, zitiert nach Wagenknecht. Die Fackel von Kraus ist voll von absichtlichen Fehlern. Z.B. bezeichnete er den Ersten Weltkrieg als einen »chlorreichen Krieg« statt, wie die Presse, als »glorreichen Krieg«.]
  • Watzlawick, Paul: Anleitung zum Unglücklichsein. Verlag: Piper. Auflage: Taschenbuch 16, 2003, Neuausgabe 2009. Gebunden 15, 2009. [Wie wir in einer Art »alltäglichem Wahnsinn« die Wirklichkeit konstruieren.]

Zeitschriften

  • Raymund Ohrmann, Theo Wehner: Sinnprägnante Aussagen zur Fehlerforschung. Eine formal klassifikatorische und inhaltlich historische Darstellung aus Quellen verschiedener Einzeldisziplinen für den Zeitraum von 1820 bis 1988. In: Bremer Beiträge zur Psychologie Nr. 83, Universität Bremen 1989. [Enthält eine reichhaltige Bibliografie zu Fehlern aus verschieden Fachgebieten. Empfohlen! Deckt zumindest viel von der Literatur über 100 Jahre von 1820 bis 1988 ab.]
  • Wehner, T. . Im Schatten des Fehlers - Einige methodisch bedeutsame Arbeiten zur Fehlerforschung. In: Bremer Beiträge zur Psychologie Nr. 34, Universität Bremen 1984. [Übersicht über die »Ansätze«, die es zur Fehlerforschung gibt. Enthält ein weiterführendes Literaturverzeichnis.]
  • Wehner, T., Stadler, M.: Gestaltpsychologische Beiträge zur Struktur und Dynamik fehlerhafter Handlungsabläufe. Beiträge zur Psychologie Nr. 34, Universität Bremen 1990. [Das Buch »Fehler richtig machen!« versucht das zu erfüllen, was hier als Desiderat ausgesprochen wird: »Es fehlen Fehlertheoreien, die [...] fragen, wo, wann oder unter welchen Bedingungskonstellationen und in welcher Situation wäre das richtig gewesen, was hier, in einer spezifischen Handlungssituation und innerhalb eines konkreten Handlungskontextes zum Fehler führte?« (S. 2)]